Beispiele aus dem Leben

Beispiele aus dem Leben

www.unsicherheits-initiative-nein.chHoffentlich werden Sie nach dem Lesen des vorherigen Artikels verstanden haben, dass Misserfolge nicht unbedingt etwas „Schlechtes“ sind.

Hier gebe ich Ihnen ein paar Beispiele, wie Sie diesen Denkprozess umsetzen können.

Meine Frau hat mich verlassen. Ich bin ein Versager. Niemals werde ich eine andere Partnerin finden. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals wieder glücklich sein kann.

Nein. Das ist nicht der Fall. Ihre Frau ist gegangen, aber das macht Sie nicht zum Versager. Es bedeutet, dass Sie zwei Menschen sind, die ihre Ehe nicht zum Funktionieren bringen konnten, nachdem sie für eine bestimmte Zeit verheiratet waren. Die Ehe ist gescheitert, aber bis zu einem gewissen Grad ist das zu erwarten. Nicht jede Ehe funktioniert. Das bedeutet lediglich, dass Sie etwas Neues hinzugelernt haben, was Ihnen in Ihrer nächsten Beziehung helfen wird, sodass diese einen Schritt näher am Erfolg ist.

Ich habe meinen Job bei einem Online Kasino verloren. Ich wurde gefeuert. Ich bin ein Versager.

Nicht im Geringsten. Wahrscheinlich mochten Sie Ihren Job nicht wirklich, sonst wären Sie darin besser gewesen und wären nicht gekündigt worden. Vielleicht hatte es Ihr Chef auf Sie abgesehen und hat schon ewig nach einer Möglichkeit gesucht Sie loszuwerden. Vielleicht lag Ihr wahres Interesse bei Online-Slots und nicht bei Online Kasinos. Was auch immer es ist, es gibt einen Grund dafür, dass Sie Ihren Job verloren haben und jetzt, wo Sie dort nicht mehr arbeiten, sind Sie einen Schritt näher daran, irgendwo zu arbeiten, wo Ihre Aufgaben besser zu Ihren Fähigkeiten und Ihrer Persönlichkeit passen.

Fehlschläge sind ein Muss

Fehlschläge sind ein Muss

Diese Angst, die Sie spüren, diese Unsicherheit über Ihre Fähigkeiten und Stärken… und, nun ja, über sich selbst im Allgemeinen… woher kommt sie?

Sie kommt von diesem Klassenzimmer. Als Kinder sind wir oftmals nicht freundlich. Wenn ein Kind versagt, werden andere Kinder es auslachen, es verspotten und dafür sorgen, dass es sich klein und nutzlos vorkommt. Was ich sage, oder was ich sagte, während ich unterrichtet habe, war, dass diese Misserfolge genauso wichtig für den Lernprozess sind, wie es ist bei etwas erfolgreich zu sein. Das Ergebnis, sei es Erfolg oder Misserfolg, ist nicht wirklich entscheidend. Was entscheidend ist, ist die Dinge zu tun. Wir werden immer wieder scheitern. Das steht fest.

unsicherheits-initiative-nein.chSogar der schnellste Läufer der Welt versagt bei manchen Dingen. Stellen Sie sich folgendes vor: Die Olympischen Spiele, ein 100-Meter-Lauf. Sie starten…sie überqueren die Ziellinie. Der Mann auf der 6. Spur gewinnt. Er wird bejubelt. Er wird gefeiert. Er spürt den Erfolg. Nun gibt es dazu zwei Dinge, die man berücksichtigen sollte und beide beziehen sich auf den Verlauf der persönlichen Entwicklung des Läufers.

Erstens, damit er gewinnen konnte, musste er hunderte, wenn nicht tausende, Misserfolge erleben. Im Verlauf seiner persönlichen Entwicklung ist er öfter gescheitert, als er gewonnen hat.

Zweitens, was denken Sie, was nach diesem Rennen vor ihm liegt? Er wird nicht für immer gewinnen, nur weil er diesen Lauf gewonnen hat, oder? Auch seine Zukunft wird mit Misserfolgen gefüllt sein. Sicher, mehr Erfolge wird es geben, aber ganz sicher auch mehr Misserfolge.

Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass es für Misserfolge eine Gewissheit gibt und so sollten Sie es auch sehen. Wenn Sie das Leben eher als „Gewissheit für Misserfolge“ betrachten, anstatt es als „Ungewissheit für Erfolge“ zu sehen, dann werden Sie weniger ängstlich sein.

Wenn Sie nach etwas streben und für einen Erfolg beten, dann werden Sie ganz natürlich feststellen, dass Sie Angst haben und dass Adrenalin durch Ihren Körper strömt. Wenn Sie aber versuchen etwas immer wieder zu wiederholen und wenn Ihnen bewusst ist, dass Misserfolge dazugehören, dann werden Sie feststellen, dass Sie die Angst nicht länger von Ihren Leistungen zurückhalten wird. Die Angst ist wie eine unsichtbare Umklammerung – Arme, die um Sie geschlungen sind und Sie davon abhalten richtig zu atmen.

Die Antwort ist also „LASSEN SIE NICHT ZU, DASS SIE EMOTIONALE ANGST SPÜREN“. Akzeptieren Sie, dass Misserfolge notwendig sind und ein Lehrmittel darstellen, was Ihnen beibringt, wie Sie beim nächsten Mal besser sein können.

Als lernfähiges Wesen kommen Sie mit jedem Misserfolg einen Schritt näher an den Erfolg.

Die ersten Schritte

Die ersten Schritte

http://unsicherheits-initiative-nein.ch/Sie wurden unschuldig geboren. Sie wurden frei geboren. Sie wurden ohne Schuldgefühle und ohne ein Gefühl des Versagens geboren.

Wenn wir auf diese Welt kommen, haben wir keine Angst. Wir verbringen unser erstes Jahr damit zu lernen, wie man existiert. Wir überleben mit dem Wesentlichen – wir benötigen Nahrung, Wasser, Schlaf und einen sicheren Ort, um groß zu werden. Diese ersten paar Jahre legen den Grundstein für unsere Entdeckungsreise.

Während wir auf unser drittes Lebensjahr zugehen, lernen wir immer mehr. Wir lernen nicht nur was wir mögen, sondern auch was wir nicht mögen. Wir lernen auch die Angst kennen. Mit einer wachsenden Anzahl an Erlebnissen wachsen auch unsere Ängste.

Zum Teil ist das gesund – ein notwendiges Element für unser Überleben. Wenn wir nie unsere Hand an etwas Heißem verbrannt hätten, würden wir nicht lernen dies zu vermeiden. Wenn wir nicht lernen würden vor einigen Dingen Angst zu haben, würden sie uns vielleicht umbringen.

Angst vor dem Physischen ist sinnvoll. Die Angst davor ohne Sicherung auf einer hohen Leiter zu stehen, ist beispielsweise sinnvoll. Die Angst davor eine Pflanze zu essen, die wir im Garten gefunden haben. Die Angst davor mit 240 km/h zu fahren. All dies sind „sinnvolle Ängste“. Ängste, die unser Leben retten können.

Die Ängste jedoch, welche wir überkommen müssen, wenn wir älter werden, sind „emotionale“ Ängste. Diese emotionalen Ängste gehen auf unsere Erlebnisse während des Heranwachsens zurück. Als Jugendlicher finden wir uns vielleicht in einer Situation wieder, in der wir im Unterricht eine Frage gestellt bekommen und sie vollkommen falsch beantworten.

Als Lehrerin habe ich zahlreiche Kinder aufgrund der Reaktion der Klasse auf eine falsche Antwort niedergeschmettert erlebt. Kinder, die über ein anderes Kind, das eine falsche Antwort gegeben hat, lachen und es verhöhnen. Ein Kind das vor lauter Peinlichkeit darüber entweder die richtige oder die falsche Antwort zu kennen, am Boden zerstört ist – denn die Reaktion seiner Mitschüler gibt ihm das Gefühl unrecht zu haben, komisch, dumm oder zu schlau zu sein, was auch immer es ist. Dieses Gefühl tiefsitzender Beschämung übertragt sich dann beispielsweise auf das Halten von Vorträgen oder Reden. Ein Kind, dass beim Sport einen wichtigen Wurf machen muss und diesen vermasselt. Dieses Versagen übertragt sich schließlich darauf, wie es zukünftig über Sport oder über Mannschaftsspiele denkt.

Was wir jetzt als Erwachsene lernen müssen, ist den Unterschied zu erkennen zwischen einer Angst vor Dingen, die uns einen tatsächlichen physischen Schaden zufügen könnten und einer Angst vor Dingen, bei denen wir scheitern könnten.

Es ist diese Unterscheidung, die unsere professionelle oder persönliche Entwicklung als Erwachsener entweder hemmt oder es uns ermöglicht zu einem vollkommen abgerundetem Individuum zu werden, dem persönliche Einschränkungen zwar bewusst sind, das diese aber ständig herausfordert.